Copyright by Lia Maria Naundorf
Über mich
Tiere begleiten mich, seit ich denken kann. Schon als kleines Kind war ich fasziniert von ihnen und wollte alles über sie wissen. Als ich acht Jahre alt war, eröffnete bei meiner Oma eine Reitschule. Meine Omi fragte mich damals, ob ich nicht einmal reiten gehen möchte – natürlich wollte ich. Damit begann eine Leidenschaft, die mich bis heute begleitet und mein Leben geprägt hat. Jede Minute bei den Pferden war für mich etwas Besonderes. Auf Autofahrten musste bei jeder Koppel angehalten werden, damit die kleine Lia Pferde anschauen konnte, und auf der Autobahn verrenkte ich mir regelmäßig den Hals, um wenigstens einen kurzen Blick auf die Pferde in den Anhängern zu erhaschen.
Im Laufe der Jahre durfte ich viele besondere Pferde kennenlernen. Jedes einzelne hat mich auf seine eigene Weise geprägt, getragen und begleitet. Bis heute erinnere ich mich an all meine vierbeinigen Lehrmeister mit großer Dankbarkeit.
2013 trat schließlich meine Lieblingsblödmöhre - Marron in mein Leben. Mit ihm durfte ich mein erstes eigenes Pferd ausbilden – eine Erfahrung, die mich unglaublich viel gelehrt hat: über Pferde, über Vertrauen, Geduld und die Bedeutung feiner Kommunikation. Gemeinsam sind wir gewachsen, haben Herausforderungen gemeistert und uns gegenseitig geprägt.
2021 wurde unser kleines Team dann durch mein Shettymädchen - Pia vervollständigt. Charakterlich könnte sie kaum unterschiedlicher zu Marron sein und genau das machte sie zu einer ganz besonderen Lehrmeisterin. Durch sie durfte ich noch einmal neue Perspektiven kennenlernen und habe auf eine ganz andere Art gelernt, zuzuhören, zu verstehen und individuell auf ein Pferd einzugehen.
Nach meinem Abitur im Jahr 2017 entschied ich mich ganz bewusst dafür, meine Leidenschaft auch wissenschaftlich zu verfolgen. Ich studierte Pferdewissenschaften an der Freien Universität Berlin und absolvierte dort zusätzlich den Ausbildereignungsschein. Anschließend folgte der Masterstudiengang Nutztierwissenschaften an der Universität Rostock mit dem Schwerpunkt Tierschutz, Tierwohl und Tiergesundheit. Meine Masterarbeit zum Thema „Zusammenhang zwischen Pferdeverhalten und Zügelkräften bei gerittenen Pferden“ wurde durch die GWP ausgezeichnet – ein besonderer Moment für mich, weil er meine Begeisterung für wissenschaftliches Arbeiten mit meiner Liebe zu den Pferden verbindet. Derzeit promoviere ich an der tierärztlichen Fakultät in München und darf genau dieses Thema weiter erforschen und vertiefen. Für mich sind Pferde deshalb nicht nur Leidenschaft, sondern gleichzeitig Herzenssache, Wissenschaft und täglicher Antrieb.
Vielleicht wurde mir die Liebe zu den Pferden sogar ein Stück weit in die Wiege gelegt: Mein Urgroßvater war Hufschmied, meine Urgroßmutter war ebenfalls gerne im Stall und auch mein Opa liebte den Geruch der Pferde und war fasziniert von ihrer besonderen Ausstrahlung.
Heute weiß ich: Pferde haben mein Leben nicht nur begleitet – sie haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin.

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Pia
Pia wurde am 10.06.2003 geboren und gehört seit 2021 zu unserem Team. Ihr Alter merkt man ihr kaum an: Sie ist aufmerksam, lernt unglaublich schnell und reagiert oft in Sekundenbruchteilen. Neue Tricks und Aufgaben versteht sie meist sofort und arbeitet mit viel Neugier und Motivation mit.Durch ihre ganz eigene Art hat sie noch einmal frischen Wind in unser Training gebracht. Sie unterscheidet sich charakterlich stark von Marron und hat mir dadurch noch einmal neue Blickwinkel in der Arbeit mit Pferden eröffnet. Heute kann ich mir unser kleines Team ohne sie kaum noch vorstellen.

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Marron
Marron wurde am 27.04.2009 geboren und trat 2013 in mein Leben. Seitdem ist er daraus nicht mehr wegzudenken. Er hat mich unglaublich viel gelehrt, mich immer wieder zum Nachdenken gebracht und meinen Blick auf Training und Kommunikation nachhaltig geprägt. Schon früh hat er mir gezeigt, dass nicht jedes Pferd auf dieselbe Art lernt und dass man manchmal umdenken muss, um gemeinsam ans Ziel zu kommen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich ihm den spanischen Schritt beibringen wollte. In einem Buch hatte ich gelesen, man solle dafür eine Fliege am Bein imitieren. Marron schaute mich damals nur verständnislos an – und hatte offensichtlich keine Ahnung, was ich eigentlich von ihm wollte. Genau solche Momente haben mir gezeigt, wie wichtig Kreativität und individuelles Denken im Training sind. Marron hat mich gelehrt, genauer hinzusehen, verschiedene Wege auszuprobieren und immer wieder neue Lösungen zu finden.


